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Interviews

Vera Zingsem
Wir Frauen haben alles auf dieser Welt erschaffen

Dieses Interview war bis 23.02.2026 15:00 Uhr freigeschaltet.

Vera und die Rückkehr der vergessenen Göttinnen

In dem Gespräch zwischen Valerie Koné und Vera Zingsem öffnet sich ein Raum, der weit über ein klassisches Interview hinausgeht. Es ist eine Einladung, sich zu erinnern – an Mythen, an weibliche Urbilder und an eine spirituelle Sprache, die lange aus unserer Kultur verdrängt wurde. Vera spricht nicht über Mythen wie über alte Geschichten, sondern wie über lebendige Kräfte, die noch immer in uns wirken.

Für sie sind die nordisch-germanischen und griechischen Mythen keine romantischen Relikte, sondern seelische Landkarten. In Figuren wie Freyja, Holle oder Iduna liegt ein Wissen verborgen, das viel mit unserer heutigen Entfremdung zu tun hat. Iduna, Hüterin der Äpfel der Unsterblichkeit, wird oft als „nebensächlich“ abgetan – dabei steht sie symbolisch für Erneuerung, zyklisches Leben und die Verbindung zur Natur. Eigenschaften, die unserer Zeit schmerzhaft fehlen.

Vera zeigt, wie eng die Verdrängung der Göttinnen mit der Geschichte der Hexenverfolgung verwoben ist. Die Hexe war nie nur eine dunkle Figur, sondern Trägerin von Wissen, Heilkunst und spiritueller Autorität. Ihre Dämonisierung diente vor allem einem Zweck: weibliche Macht zu kontrollieren.
Die Angst vor der Hexe war letztlich die Angst vor einer Frau, die nicht beherrschbar ist.

Besonders berührend ist, wie Vera über Wut spricht. Nicht als destruktive Kraft, sondern als heilige Emotion. Als etwas, das entsteht, wenn wir erkennen, was verloren ging – und was uns genommen wurde. Diese Wut, sagt sie, ist kein Fehler im System, sondern ein Motor für Erinnerung und Transformation.

Das Gespräch wird so zu einer stillen, aber kraftvollen Gegenbewegung: zurück zu den eigenen kulturellen Wurzeln, zurück zu einer Spiritualität, die nicht abhebt, sondern verkörpert ist. Vera plädiert nicht für Nostalgie, sondern für Bewusstheit. Für eine neue Beziehung zu den alten Bildern – und damit zu uns selbst.

Oder anders gesagt: Vera erinnert uns daran, dass die Göttinnen nie verschwunden sind. Wir haben nur verlernt, ihre Sprache zu verstehen.

Links und Geschenke deiner SpeakerIn:

Vera Zingsem:
Der Himmel ist mein, die Erde ist mein … Göttinnen großer Kulturen im Wandel der Zeiten“ 2008 (1. Aufl. 1995) https://www.pomaska-brand-verlag.de/autoren/vera-zingsem

Erster polytheistischer Tempel, Tübingen:

www.polythea-tempel.de

Der Ort des Interviews: Museumsscheune Kloster Malgarten: Julitta Franke: Raum für Sophia:

https://www.forum-kloster-malgarten.de/museumsscheune/

Info: Vera Zingsem [email protected]

Biografie deiner SpeakerIn:

Vera Zingsem

Vera Zingsem ist Theologin, Religionswissenschaftlerin, Mythenforscherin, Pädagogin und freie Autorin. Sie lebt und arbeitet als freiberufliche Dozentin in Tübingen und beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Bedeutung von Mythen, Göttinnenfiguren und archetypischen Bildern für die heutige Zeit.

In ihren Büchern, Vorträgen und Seminaren verbindet sie wissenschaftliche Tiefe mit einer lebendigen, erzählerischen Sprache und macht alte Überlieferungen als kraftvolle Spiegel innerer Entwicklungsprozesse erfahrbar. Ihr besonderes Interesse gilt der Wiederentdeckung des Weiblichen im Mythos sowie der spirituellen Dimension von Symbolen und Geschichten.

Zu ihren bekanntesten Werken zählen unter anderem „Lilith – Adams erste Frau“, „Freya, Iduna & Thor. Vom Zauber heimischer Mythen“ sowie „Der Himmel ist mein, die Erde ist mein. Göttinnen großer Kulturen im Wandel der Zeiten“.

Dein Feedback und deine Gedanken:

Was war dein AHA-Moment während des Interviews? Was sind DEINE Gedanken und Erfahrungen?

  1. Liebe Vera, liebe Valerie, während ich Eurem Gespräch zugehört habe, wurde nebenan das Klavier meiner Nachbarin gestimmt. Warum schreibe ich das? Wann immer ich Dir zuhöre, Vera, und hier Euch beiden, habe ich das Gefühl, etwas in mir rückt und rutscht in eine vertiefte Stimmigkeit. Zusätzlich kam die wertvolle Wissensfülle in einem so schönen Gesprächsfluss zu mir. Vielen Dank dafür.

  2. WOW❗️Soo viel – für mich – neue Informationen über Mythologie fand ich hoch interessant! Ich habe von der ersten bis zuletzt Minute intensiv zugehört und mich über dieses wunderbar frei geführte Gespräch gefreut. Ich denke ich werde es mir noch mehrmals anhören, um es sacken zu lassen. Herzlichen Dank euch bBeiden❣️🥰.

  3. Danke für das erfrischend offene Gespräch, das tat meiner Seele gut- wir sind die Göttinnen wir gehen in unsere Kraft. Meine Wut habe ich schon ausgelebt in der Frauenbewegung uns später bei Berichten von Unterdrückungen. Jetzt ist es nur noch ein kraft- und freudvolles, so ist es, die Wahrheit unser tiefes Sein ist und wird wieder ,sichtbar-frei von Schuld und Ängsten.
    Ich mag dich, Vera gerne kennenlernen. Ich bin Jahrgang` 53 und kann mir einen regen Austausch vorstellen. Ich bin Psychotherapeutin, lange auch bewusst als feministische Therapeutin tituliert.
    Freue mich über deine Kontaktaufnahme. Grüße Sigrid

  4. Danke für dieses Interview. Mir ist da aus meinem Leben einiges klargeworden. Gerade was Kirche betrifft hat mir berührt. Unterschwellig habe ich so viel abgelehnt und hatte bisher keine Erklärung dafür.
    Vielen Dank👍👍🫂👋

  5. So tolle Informationen über all unsere Göttinnen und Götter! Danke Vera für diese großartige Recherchearbeit und tiefgründige Analyse.

    Schon als Kind verstand ich nicht, wieso Gott so grausam und hart ist im Alten Testament und Jesus so ganz anders und sein Buch heißt auch das Neue Testament. Das ging für mich nicht zusammen im Gottes-Begriff, dass das derselbe Gott sein soll.
    Ich las nichts lieber als Donausagen, Nibelungen, Märchen aus aller Welt und Sagen und jetzt weiß ich ganz genau wieso.

  6. So wunderschön ihr zwei! Ein erquickendes weibliches Kontemplieren über diese elementaren und noch viel zu verschütteten Themen.
    Und ja, genau das passend ermutigende Schlusswort:
    Wir haben oft schon das richtige im Gefühl und trauen uns dann nicht, es zu sagen.
    DANKE!

  7. Ihr großartigen Hexen, Vera und Valerie. Dieses Gespräch hat mich sehr berührt und ich fand es super spannend, kam mir gar nicht so lange vor hätte noch länger zuhören können. Ich lebe schon 25 Jahre in Mexiko und für mich war und ist immer noch vieles augenöffnend, aber auch mit vielen Herausforderungen geprägt.mein Partner ist Mexikaner und ich durfte vieles lernen von den indigenen Frauen. Wir sind sowas verdreht worden, ich komme aus der Schweiz. Weiter so ihr Lieben, Aufklärung ist gefragt. Ich danke euch herzlich dafür, für eures großartiges Engagement. Mir gefällt der summit sehr…bin sehr begeistert, danke danke danke

  8. Vielen Dank für dieses tolle Interview, ich hatte wirklich viele Aha Effekte. Besonders das mit der weiblichen Wut hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ja wenn ich wütend bin, wird mir gleich gesagt, das ist unweiblich. Obwohl ich im Recht bin (nach meiner Einschätzung 😉) ist es falsch das ich wütend werde. Heute habe ich gelernt das es mein gutes Recht ist, danke dafür.
    Lieben Gruß Sabine

  9. Danke für dieses unglaublich kraftvolle und wahrheitsfördernde Gespräch zwischen zwei großartigen Frauen, danke für eueren Mut und euer Wirken, tief vergrabene Themen anzusprechen und damit in Bewusstsein und Heilung zu bringen. Dieses Gespräch ist wie ein Juwel, die Auferstehung der Göttinnen nach einer langen Zeit der Vergessenheit. Danke!

  10. Liebe Vera, vielen vielen Dank, dass du dich auf dem Gebiet soweit vorgewagt hast und wir alle davon profitieren! Und Valerie vielen Dank auch an dich, dass du die hexenwunde wieder in unserem Bewusstsein holst und auch danke an Julia.

    Liebe Vera, ich habe viel über die 9 Millionen Frauen gedacht und an das Dorf, wo sie fast alle Frauen ausgerottet haben und an die Angst, der paar überlebenden Frauen gedacht…
    Dabei hab ich mich gefragt, ob du was darüber weißt, ob sie auch kleine Mädchen umgebracht haben, weil sie die Frauen der Zukunft waren. Wenn die Mütter abgeschlachtet wurden, dann sind ich mir nicht vorstellen, dass die Mädchen überlebt haben.
    Liebe Grüße und ganz viel Heilung für uns alle

  11. Wow! Nie hätte ich gedacht, dass mich Euer Gespräch an so vielen inneren Themen abholt. Ich knüpfe insbesondere an die Worte von Sigrid an und freue mich auf eine Kontaktaufnahme von Dir, Vera und Dir Valerie! Ist das möglich?
    Liebe Grüße von Katrin

  12. Danke, danke, danke ihr zwei für dieses wundervolle und unglaublich kraftvolle Gespräch! Ich habe es mir gleich zwei Mal angehört. Hätte so gern mit euch im Kreis gesessen. So viel gibt es auszutauschen, so viel dürfen wir uns gegenseitig stärken und begleiten.
    Auch ich mache seit vielen Jahren Frauenkreise, auch ich biete verschiedene Übergangsrituale an, alles, um uns mit unseren ursprünglichen Wurzeln zu verbinden und wieder vollständig in unsere weibliche Kraft zu kommen. Und ich habe Enkelkinder. Ich weiß, was es bedeutet, dieses alte Wissen zurück in unsere heutige Welt zu bringen. Welche unglaubliche Freude und Kraft darin steckt und auch manchmal Unsicherheit und Ratlosigkeit.
    Danke für das Interview! Ich habe wieder Neues dazu lernen dürfen.
    Eine große Umarmung für euch.
    Katrin

  13. Hallo ihr beiden , ein so beeindruckendes Gespräch. Ihr habt ein wahnsinnsgroßen Bogen aufgezeigt, ich bin am staunen. Eines möcht ich, was ich so toll finde erwähnen. Das Generationenübergreifende und das mit einer Leichtigkeit und achtende , wertschätzende , austauschende im Gespräch….. herzlichen Dank euch
    Carmen

  14. Veraaaa❤️, so viel Wissen, danke ich liebe die Aufklärung , diese alten schlimmen wahnsinnigen KopfKnoten, wird mir extrem schlecht.
    Unrein bis zum Abend…. stand mal irgendwo in der Bibel. Ja wir sind weiter. Es ist nur Angst , vor dem
    BLUT, vor der Macht. Ich liebe mein Blut- und wir im Büro sagen alle , ich blute, ich zieh mich zurück- basta . Ruhe für die Frauen die bluten ❤️

  15. So ein wundervolles Gespräch voller Tiefe und Offenheit, danke von Herzen Euch Beiden, so extrem wohltuend, wenn auch anstrengend bei der Länge und diesem Thema. Ich werde Veras Bücher auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und teils bestellen. Bin mega gespannt auf die Inhalte!
    Ja, auch die heilige Wut wurde uns ausgetrieben, aber wir müssen uns jetzt daran erinnern… wer sonst, wenn nicht wir?!
    Herzlich Astrid

  16. Bei mir hat alles was Vera ausgeführt hat nochmal ein großes „Klick“ ausgelöst im Kopf.
    Ich habe schon mein ganzes Leben irgendwie eine Wut in mir.
    Auch was sie zur Organspende gesagt hat.
    Ich hatte immer intuitiv eine Ablehnung dazu in mir. Jetzt weiss ich warum.
    Vielen Dank für dieses großartige Interview
    Gabriele

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